Vom 16. bis 22. Oktober 1997 waren wir im Havelland zu Besuch bei Dr. Edwin Donath. Er zeigte uns die schönsten Plätze seiner Heimat, und wir erlebten mit ihm den Einflug von über 5000 Kranichen...
Den besten Eindruck vom abendlichen Kranich-Einflug erlebt man vom Beobachtungsturm an der neuen Jäglitz mit weitem Blick auf die Havel-Wiesen und den Dom von Havelberg, wie es vor Jahren bereits Edwin Donath auf seiner inzwischen erloschenen Homepage so schön beschrieben hatte. Bei schönem Wetter ist das Sammeln der Kraniche vor der untergehenden Sonne mit der Silhouette des Havelberger Domes im Hintergrund wirklich ein Postkarten-Motiv. Kein Fremdgeräusch stört das Trompeten der großen Vögel.
Wie kommt man hin? Wegen einer zerstörten Brücke mußten wir im Oktober 2002 einen Riesen-Umweg machen, aber es hat sich gelohnt. Man fährt über Neustadt Richtung Havelberg über Breddin biegt in Kümmernitz links ab Richtung Velgast-Kümmernitz. Unmittelbar nach Klein-Damerow macht die Straße mit den dicken Allee-Bäumen einen markanten Linksknick, hinter dem ein Plattenweg nach rechts im spitzen Winkel abbiegt. Diesem Weg folgt man genau 2,5 km und landet an der Brücke über die Neue Jeglitz, an deren anderem Ufer der Hochstand steht. Er war am Abend des 16.10.2002 voll von Menschen, die alle den Kranicheinflug erlebten.
Die Besucher kamen allerdings von der anderen Seite her von Havelberg, nur wurde der Deich und damit der Plattenweg beim vergangenen Elbehochwasser gesprengt, so daß man diese Stelle nahe beim Turm nur zu Fuß passieren kann. Dieser Weg beginnt bei Müggenbusch östlich von Havelberg und führt zum Turm. Das erzählte mir ein Besucher, ich kann nichts über den Weg-Zustand sagen.
Wenn nächstes Jahr die Brücke bei Vogtsbrügge repariert sein sollte, ist der Turm folgendermaßen zu erreichen:
B 102 bis Groß-Derschau, links ab nach Klein-Derschau - Rübehorst - Babe - Helenenhof - Vogtsbrügge (da ist die jetzt kaputte Brücke) nach Kümmernitz, dann wie beschrieben.
Gewohnt haben wir wie bei jedem Besuch im Havelland auch im Oktober 2002 im Hotel Schwalbennest in Stölln
(Tel. 033875/90934, Handy 0177/4004655). Von dort aus waren es 46 km, trotzdem sollte die Tour bei jedem herbstlichen Havelland-Besuch unternommen werden!
Aufgenommen habe ich am 19. Oktober 1997 insgesamt 20 Minuten mich überfliegende Kraniche mit den digitalen Minidisc-Recorder MZ-1 von Sony. Die anschließenden Tonaufnahmen sind in Mono, um die Dateien klein zu halten und die Übertragungszeiten nicht so lang werden zu lassen.
Folgende Kranichrufe können abgerufen werden (8-bit mono 11 khz):
1) 9 Sek. 98 kb: 30 m über uns rufen Junge und Alte, dazu eine sehr tiefe Stimme:
2) 8,5 Sek. 92 kb: Weiter weg kreisen viele, ein kleiner Schwarm mit Jungen und Alten überfliegt uns:
4) 8 Sek. 91 kb: 40.000 Gänse übernachten
auf dem Gülper See. Wir hören das "Ruhegeräusch", was mögen sie sich erzählen?
5) 22 Sek. 245 kb: Ich bin in der Morgendämmerung da und erlebe den Start von 10.000 Gänsen. Interessant ist, daß erst wenige am Rand auffliegen und beim Überfliegen über die noch im Wasser schwimmenden diese "mitreißen" und eine immer größere Wolke mit anschwellendem Lärm nach oben strebt.
Am Abend stehe ich mit meinen Richtmikrophonen in der Einflugschneise
der Gänse am Gülper See - man kann sie an der Stimme erkennen: Graugänse mit der tiefen Stimme, Saatgänse mit mittlerer und Bläßgänse mit hoher Tonlage.