Aktuelle Informationen
www.vogelstimmen-wehr.de
Auf dieser Seite des
German-Bird-Netzes (GBN) können Sie nachlesen, was gerade in Deutschland und Umgebung in der Vogelwelt los ist! Und das interessiert Vogelfreunde
in Hessen. Eine interessante Seite ist auch
Naturgucker.de. Und dann gibts noch die
Naturtermine.
Möchten Sie wissen, wann morgens die Vögel anfangen zu singen?
Hier ein Link.
Mich erreichen viele Anfragen nach unbekannten Vögeln, die meisten Fragen kann ich beantworten. Aber hier ruft auch für mich ein Rätselvogel:
13.06.2008: Christof Meisterjahn schreibt:
Bei uns im Garten am Waldrand schreit, seit es wärmer wurde, ständig ein Vogel. Ziemlich laut, monoton und auf Dauer auch mal etwas nervig! "Uiii, uiii, uiii, uiii, uiii....." Das geht von morgens bis abends so. Um Mittag gönnt er sich auch mal Ruhepausen. Ich finde nirgends etwas heraus, welches Tier es sein könnte! Ich bitte hier darum um Hilfe:
unbekannter Vogelruf (mp3, 15 Sek, 180 kb).
Die Antworten bis jetzt: Kleiber 1x, Nymphensittich 2x. Maik Sommerhage meint dazu: Ich tendiere zu einem Nymphensittich! Ein Kleiber als Alternative wäre zwar durchaus ebenso möglich hinsichtlich der schlechten Aufnahme, aber u. a. die Kontinuität und das Klangmuster erinnern mich an diese hübsche Sittichart.
2. Juni 2007: Zur Zeit erreichen mich Anfragen nach nachtaktiven Vögeln, die ein hohes Fiepen von sich geben. Das sind die Bettelrufe junger Waldohreulen
(mp3, 208 kb, Aufnahme von Christian Conrad).
Zum Vergleich der Ruf eines
jungen Waldkauzes. Die Frage hatte ich schon vor 3 Jahren beantwortet, sehen Sie sich
meine Antwort an.
Auf Sylt
(Extra-Seite) habe ich am
18. Oktober 2006 eine weiblich-farbene Amsel fotografiert, die ein helles Muster auf der Amselbrust hat in der Form, wie sie eine Ringdrossel hat. Auf meinen Verdacht hin, es könnte ein Hybrid zwischen Ringdrossel und Amsel sein, antwortete Jan Heckmann:
"Ich denke, dass es sich um eine normale Amsel handelt. Vor allem die Vögel im 1. Winter sind ja sehr variabel und die Zeichnung dieser Amsel liegt im normalen Bereich. Im Gegenzug kann ich strukturell nichts finden, was auf Ringdrossel hindeutet. Vor allem die Handschwingenprojektion ist deutlich zu kurz für Ringdrossel. Auch fehlen die hellen Schwingensäume der Ringdrossel. Ein Hybrideinfluss sollte sich vor allem auch bei den Strukturen bemerkbar machen. Alles in allem eine Amsel im 1. Winterkleid für mich."
08. Juli 2006: Mail von
Hermann Rimbach:
Anbei eine mir unbekannte Vogelstimme. Diesen Vogel gibt es bei mir im Garten und mehrfach im Park nebenan. Sehen konnte ich ihn noch nicht, hält sich überwiegend im oberen Baumbereich auf. Trällert fast stundenlang, immer das gleiche Lied.
Ein Zaunkönig kann es nicht sein, die beobachte und höre ich öfter im Garten. Diese mir unbekannte Vogelart höre ich nur in Bäumen in ca. 8 m Höhe und drüber. Man kann oft 8 Vögel gleichzeitig oder nach und nach hören, nicht sehen. Morgens früh gehören diese Vögel mit zu den ersten Sängern, sehr laut am Fenster zum Wecken. Alle haben genau das gleiche Lied. Ich habe im
Freundeskreis schon andere gefragt, die sich auch mit Singvögeln auskennen und habe denen mehrere von meinen Aufnahmen vorgespielt, keiner weiß was das ist, meinten auch, fast wie ein Zaunkönig, (dafür müßte er sich aber im unteren Bereich aufhalten und zwitschern, nicht nur oben). Herzliche Grüße aus Herne ...
Unbekannte Vogelstimme 11 Sek., 174 kb. Was mag es sein?
Eine Umfrage im Birdnet erbrachte: 3x verstümmelter Zaunkönig-Gesang, 1x Zwergschnäpper-Dialekt.
Oder ist es ein entflogener Exot? Gibt es weitere Meinungen? Das Rätsel ist bis jetzt nicht gelöst!
20. Mai 2006: Im Main-Taunus-Kreis hält sich eine
Zwergohreule (
Otus scops)
auf, hier ist ihr Ruf:
mp3 161kb 10sec
18. August 2005:
Seit einigen Nächten höre ich meist gegen 01.00 Uhr einen Vogel rufen. Es hört sich an wie "Kiwitt Kiwitt" in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Es muss sich um einen Vogel handeln. Der Ort ist Wuppertal Laaken, ein Wohngebiet in einer bewaldeten Gegend (Mischwald), in der sich in diesem Jahr eine ansehnliche Population von Raubwürgern (mit Brutplätzen) gebildet hat.
Hier die Antwort von
Prof. Dr. Peter Finke:
Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um den Weibchenruf des Waldkauzes, den der
Fragesteller gehört hat. Ab August sind diese Rufe wieder häufiger zu hören. Für Steinkäuze scheint
das kein geeigneter Biotop zu sein.
18. Juni 2005: Hallo, bei uns pfeift seit einigen Tagen sehr eindringlich immer wieder ein Vogel. Ich kann diesen Vogelstimme aber keinem mir bekannten Vogel zuordnen. Können Sie mir sagen, was das für ein Vogel ist?
Unbekannter Vogelruf, mp3 155 kb, 15 Sek.
übers
GBN kam die Antwort: Hier pfeift ein
Buchfink! Es könnte eine Abwandlung des "Regenrufs" sein, der auch andauernd anstelle des Gesang vorgetragen wird.
27. März 2005: Ich wohne am östl. Stadtrand von Düsseldorf und gehe gestern früh mit meiner Frau Nähe Unterbacher See spazieren. Da höre ich in der Gartenlandschaft auf einigen hohen Fichten einen sehr markanten Ruf. Etwa: Whrüi! Also langgezogen rollend Wrüh etwa 4sec. Wir hörten es 3 mal im Abstand von 10sec. Ich versuchte näher an die Bäume zu kommen doch dann strich auch schon der "Unbekannte" etwa Wacholderdrosselgroße Vogel gleichmaßig schwingend ab.
Meine Antwort: Das ist der
Schwarzspecht, der größte unter unseren einheimischen Spechten.
23. März 2005: Heute gegen 20.00 bei gutem Wetter und fast Vollmond hörte ich eine mir neue Vogelstimme. Es handelte sich um ein trillerndes Pfeifen, im Ton ansteigend Dauer ca. 3-4 Sekunden. Der Vogel bewegte sich nach jedem Pfeifen zu einem neuen Standort. Nach ca. 10-maligem Pfeifen war er nur noch schwach zu hören. Aufgrund der späten Dämmerung konnte ich das Tier nicht sehen. Ich bin in Ostwestfalen, mitten im Weserbergland.
Meine Antwort: Das dürfte kein Vogel, sondern eine Kröte sein und zwar mehrere, deshalb die verschiedenen Standorte. Dieses Trillern bringt die
Wechselkröte hervor.
22. März 2005: Hallo, habe da mal eine Frage. Heute vormittag habe ich beim Spaziergang mit meinem Hund über längere Zeit einen Vogel gehört, dessen Gesang sich anhörte, als wiehere ein Pferd. Wohne in Petershagen an der Weser.
Meine Antwort: Den Ruf des
Grünspechtes könnte man eher mit einem lauten Lachen vergleichen.
Hier ein Foto.
Am
14. März 2005 haben wir am Jacobiweiher im Frankfurter Stadtwald, an dem wir mindestens 20 Paare der Mandarinenten
(
Aix galericulata)
zählen konnten, eine interessante Beobachtung gemacht:
3 Weibchen inspizieren gleichzeitig eine Baumhöhle, die dazugehörigen Männchen sitzen in der Umgebung herum.
In Herbst 2004 kam es zum ersten Mal seit ca. 40 Jahren wieder zu einem starken Einflug von Seidenschwänzen
(
Bombycilla garrulus).
Am
13. März 2005 konnte ich sie mit der Canon 10D und IS 4/300 fotografieren. Ihr Sommerquartier haben sie vom Norden Skandinaviens bis nach Osteuropa.
 
 
Am
26.6.2004 schrieb mich Thomas Möhrke an:
"Hallo, bin beim Surfen auf Ihrer Seite gelandet und habe mir schon einige Vogelstimmen angehört. Da ich mich in der
Tierwelt überhaupt nicht auskenne möchte ich Sie hiermit um Ihre Hilfe bitten. Ich wohne gegenüber eines kleinen Friedhofes mit sehr altem Baumbestand. Seit einigen Jahren höre ich fast jeden Abend sehr laute Rufe eines Vogels.
Es handelt sich hierbei nicht um einen Gesang, sondern um ein eher schrilles, zum Ende ansteigendes Fiiiiiiiiiiiep.
(Dauer ca. 1-2 Sekunden).
Ich bin mir nicht sicher, aber es klingt so, als würden zwei oder mehrere Tiere miteinander kommunizieren. Die Stimmen setzen grundsätzlich erst bei Einbruch der Dunkelheit ein und sind oft bis weit nach Mitternacht zu hören. Soweit ich mich erinnere, sind die Stimmen nur ab Frühlingsbeginn zu hören, im Herbst und Winter habe ich sie noch nie gehört. Vielleicht können Sie das Rätsel lösen, es interessiert mich sehr."
Meine Antwort: Es handelt sich bei den fiependen Tönen um die Bettelrufe junger Waldohreulen. Sie hatten in den alten Bäumen irgendwo ihr Nest und sitzen jetzt in den ästen herum und machen mit ihren Bettelrufen auf sich aufmerksam, damit die Altvögel ihnen Futter bringen. Pro Brut können es schon 3 Junge sein, es dauert etwa 3 Wochen, bis sie mit den Altvögeln mit zur Futtersuche fliegen, dann hört der Spuk auch wieder auf. Die Jungen sehen so ähnlich aus wie dieser junge Waldkauz, den ich 1997 am Müritzsee gefimt habe, von ihm stammt auch
dieser Ruf, mp3, 86 kb.
Am
20.3.2003 schrieb mich Phil Schröter an mit folgender Frage:
"Eine Gruppe Höckerschwäne flog an mir vorbei, was man ja am typischen Schwingengeräusch bemerkt. Hinter der Gruppe her
oder in der Gruppe mit flog ein Vogel, der seltsame, trompetende Schreie von sich gab, die ich nirgends einordnen kann.
Ob das ein
Höckerschwan-Ruf ist?"
(147 kb, mp3).
Anmerkung: Im Vordergrund singt eine Singdrossel.
Das Rätsel wurde von den Teilnehmern des
GBN aufgeklärt: es ist tatsächlich
der selten zu hörende Ruf eines Höckerschwans!
Mich erreichte am
22.5.2002 eine Mail von Marco Schweitzer mit dem Gesang von einem
unbekannten Vogel
(177kb, mp3). Er schreibt:
"Bei einem Rundgang im Baggerweihergebiet Remerschen (Luxemburg, Mosel) konnten 3 Spezialisten einen für sie neuartigen Vogelgesang nicht bestimmen. Es gelang mir, mit meinem Parabol-Mikrofon und DAT-Kassettenrekorder den Gesang in guter Qualität festzuhalten."
Das Rätsel ist aufgeklärt, hier singt eine Wasserralle!
Unter anderen schreibt dazu Peter H. Barthel:
gerade habe ich mir die hübsche Aufnahme aus dem Baggerweihergebiet Remerschen angehört (da man ja nie wissen kann,
ob es vielleicht etwas ganz Seltenes ist, wenn so viele Spezialisten damit Probleme hatten...).
Zu hören ist eine der vielen Lautäußerungen der Wasserralle, die immer wieder zu Fehlbestimmungen führen. Hier handelt es
sich um den Ruf des unverpaarten Weibchens, der vom Boden geäußert wird. Im Flug ist diese Lautäußerung nur auf das hier
jeweils am Ende zu hörende "tjürrr" beschränkt.
Diese Rufe, mit denen Männchen angelockt werden sollen, sind nur zu hören, so lange das Weibchen unverpaart ist.
Ein Brutnachweis lässt sich daraus also nicht ableiten - im Gegenteil. Vom unverpaarten Männchen ist als Gesang die
tiefere, hämmernde "köpp-köpp-köpp-..."-Reihe zu hören, aber auch nur bis zum Zeitpunkt der Paarbildung.
Und wer sich über die Wasserralle weiter informieren möchte:
http://www.gwn.de/gwn/html/ralle.htm
Wiederholt erreichte mich die Anfrage:
"Gibt es Kolibris in Deutschland?"
Es ist ein zur Familie der Schwärmer gehörender Schmetterling, lat. Macroglossum stellatarum, der wie ein kleiner
Kolibri vor der Blüte in der Luft steht und mit langem Rüssel Nektar saugt. Er kommt in ganz Mitteleuropa vor, in manchen Jahren häufiger, in manchen weniger. Seit dem heißen Sommer 2003 kann er auch bei uns regelmäßig vom Spätfrühjahr bis in den späten Sommer beobachtet werden. Im Herbst überwindet er die Alpen, hier konnte ich ihn im September 2000 bei einer Wanderung auf 3000m Höhe beobachten, wo er uns laut brummend ein paarmal umkreiste und dann weiterflog
...
und als Film: 421 kb - 10 Sek.

Wer sich weiterhin mit dem Thema Vogelkunde beschäftigen oder seine vorhandenen Kenntnisse vertiefen möchte,
kann an der deutschen Mailingliste für Ornithologen, dem GBN, teilnehmen. Bis September 2008 sind
907 Teilnehmer eingeschrieben.
Dazu gibt es
nähere Informationen.
Hier kann man den Frühjahrs- und den Herbstzug der Zugvögel mit verfolgen. Aktuelle Sichtungen seltener Vogelarten
werden mit genauer Wegbeschreibung mitgeteilt. In der Mailingliste werden alle möglichen Fragen, die Vogelkunde betreffend, umgehend beantwortet, es findet sich immer jemand, der auch auf die ausgefallensten Fragen eine Antwort weiß! Nicht nur Teilnehmer aus Deutschland, auch das benachbarte Ausland ist vertreten!
Die Meldungen des GBN kann man beim
Birdnet.de und im
GBN-Archiv nachlesen.
Weitere Mailinglisten sind:
Mitteleuropäische Fauna (199 Teilnehmer) und
Mitteleuropäische Flora (43 Teilnehmer).
Wenn Sie die Vogelstimmen kennenlernen möchten, kann ich Ihnen den
Vogelstimmentrainer empfehlen, eine CD, in der man die Vögel in Frage- und Antwortspiel kennlernen kann.
Stand: 20.09.2008