Reiseberichte
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Island 20. Juli bis 01. August 2008

Eine vogelkundliche Reise mit Albatros-Tours unter Leitung von Jürgen Schneider

Zur Diaschau mit 600 Fotos vom Veranstalter



Sonntag, 20.07.2008

Die 6 Teilnehmer trafen sich gegen 11 Uhr am Frankfurter Flughafen, Terminal 2. 14:25 Uhr Abflug mit Iceland-Air. Nach 3 ½ Std. Flug Ankunft in Keflavik um 15:50 Uhr Ortszeit. Ich holte noch Geld vom Automaten und wir rechneten aus, dass es für 1 Euro 120 Isländische Kronen gibt, Umrechnung also ISK / 120 = 1 Euro. Island-Karte

Jürgen holte das bestellte Auto Toyota Hiace 4WD, das Gepäck wurde eingeladen und alle fanden Platz in dem 9-Sitzer-Bus. 17 Uhr Abfahrt vom Flughafen und an Reykjavik vorbei, der Fjord Hvalfjördur wurde durch einen Tunnel unterquert, mein Höhenmesser zeigte an, dass wir 180m unter dem Meeresspiegel fuhren.
In Borgarnes wurde erstmals eingekauft, um an den kommenden Tagen bei den Ganztagestouren etwas zu essen zu haben. Hier bogen wir auf die S54 ab zur Halbinsel Snaefellsnes.

Schon nach wenigen Kilometern Abzweig auf eine Schotterstrasse (S533), um einen ersten Eindruck von der Isländischen Vogelwelt zu bekommen. Wir fuhren durch ausgedehnte Feuchtwiesen mit Wollgrasbeständen, ein ideales Gebiet für die Vögel. Vom Auto aus ließen sich Regenbrachvogel, Isländische Uferschnepfe, Goldregenpfeifer mit 2 Jungen und ein Alpenschneehuhn mit mehreren Jungen sehr gut und z.T. auf wenige Meter Entfernung beobachten. An den Seen unterwegs Eis- und Sterntaucher, Singschwan mit Jungen und Bergenten und bei der Weiterfahrt ein Polarfuchs mit dunklem Fell, um nur die Highlights zu nennen. Jürgen und ich fotografierten die Vögel mit großer Optik, Jürgen mit der Canon EOS1D und 500mm, ich mit EOS450D und 300mm.

Beim Start der Reise hing der Himmel voll dunkler Wolken, während der Beobachtungen aus dem Auto heraus setzte Regen ein. Weil wir gleich so viele Vogelarten sahen, verzichtete unser Reiseleiter Jürgen auf den 2. Bogen an der Küste entlang und fuhr wieder auf die S54 Richtung Westen und so kamen wir um 22 Uhr bei starkem Regen an unserer ersten Unterkunft in Arnarstapi an. Da war die Küche zu und es gab nur noch Tomatensuppe mit Sandwiches. Wir wohnten im Gästehaus Snjofell, einer einfachen Unterkunft mit Etagendusche und -WC.
An diesem ersten Tag auf Island konnten wir bereits 29 Vogelarten beobachten.



Montag, 21.07.2008

Es hatte die Nacht über geregnet, am Morgen war es noch sehr trüb. Vom Fenster der Unterkunft konnten wir direkt in eine Küstenseeschwalben-Kolonie hineinsehen und haben sie gleich am Morgen schon vor dem Frühstück besucht.

8 Uhr Frühstück, 9 Uhr zu Fuß zum Steilufer und daran entlang zum Hafen, wo uns Jürgen mit dem Bus erwartete. In den senkrechten Wänden konnten wir brütende Dreizehenmöwen und Eissturmvögel beobachten, dann setzte Regen ein, der uns total durchnässte, da wir die Regencapes nicht mitgenommen hatten, und der den ganzen Tag hindurch anhielt. Um 10 Uhr Abfahrt an der Küste entlang und auf Schotterpisten zu zwei Leuchttürmen. Beim ersten im Windschatten gegen den Regen etwas geschützt mit Blick aufs Meer beobachtet, beim zweiten wurden gleich unterhalb der Felsen 3 vorbei schwimmende Orkas entdeckt. Vor Olafsvik beobachteten wir von einer Beobachtungshütte an der Strasse auf einem Binnensee über 1000 Odinshühnchen. Jürgen lockte sie mit seinem Mp3-Player und wir können einige auf wenige Meter fotografieren.

Vom Auto aus wurde eine juvenile Möwe beobachtet, die erst beim nächsten Halt, als wir zum Vergleich auch junge Eismöwen sahen, als Polarmöwe sicher bestimmt wurde. An Pflanzen fiel uns heute auf: Rosenwurz, Grasnelken, Salzmiere und Aufgeblasenes Leimkraut.

Hotel Framnes in Grundafjördur um 16 Uhr erreicht und die Zimmer bezogen. Bei Regen machten wir einen Hafenspaziergang und beobachteten schwimmende Papageitaucher und Eissturmvögel.
20 Uhr Abendessen: Lachs, Lammbraten, Eis.



Dienstag, 22.07.2008

Albino-Star Abfahrt vom Hotel Framnes 7:50 Uhr, es regnete weiter. Noch in Grundafjördur entdeckten wir in einem Hausgarten einen fast ganz weissen Star, ein Albino, und konnten ihn auch fotografieren. Fahrt zur 40km entfernten Fähre nach Stykkusholmur, für die Fahrkarten war Jürgen noch am Nachmittag zuvor hingefahren...

09:00 bis 12:30 Uhr Autofähre bei diesigem regnerischen Wetter. Wir standen die ganze Zeit auf der windabgewandten Seite und versuchten, die vorbeifliegenden Vögel zu fotografieren und zu bestimmen. Unterwegs wurde die Insel Flatey angefahren. Danach besserte sich die Sicht, es hatte aufgehört zu regnen.
Wieder an Land bei Seftjörn machten wir Halt an einem rauschenden Bach, hörten die Rotdrossel singen und beobachteten einen Wiesenpieper im Geäst.

Statt den direkten Weg zu unserem heutigen Tagesziel zu nehmen, machte Jürgen einen kleinen Umweg über das Gebirge über die S60 und S63, sodass wir einen Eindruck von den Westfjorden bekamen, die aus 500m hohen Bergen bestehen, die fast senkrecht ins Meer abstürzen und viele Fjorde bilden. Zunächst ging es ein langgezogenes Tal hoch, bis wir auf 460 Höhenmetern in die tiefhängenden Wolken kamen. Abfahrt mit schönen Ausblicken auf Berge und Meer. Bei Umfahrung eines Fjordes trafen wir auf eine Brutkolonie von Küstenseeschwalben direkt an der Strasse. Aus dem Autofenster heraus konnten wir die jungen Vögel einen Meter neben dem Auto sitzen sehen. Obwohl ein Schild auf die Vögel hinwies, waren mehrere Jungvögel bereits überfahren worden.

Bei einer Pause in einem Dünengebiet blieb etwas Zeit, die Blumen zu bestimmen: Sumpfherzblatt, Strandnelke, Scheuchzers Wollgras, die blaublühende Westliche Saumnarbe und die unscheinbare Echte Mondraute.
Die Fahrt ging dann über die S62 und S612 zum westlichsten Punkt Europas, Latrabjarg, wo wir gegen 17 Uhr bei Sturm und Temperaturen um 8 Grad ankamen. Hier beginnt eine 14 km lange und bis 450m hohe Steilküste, die von Millionen von Vögeln bewohnt wird und der größte Vogelfelsen von Europa ist. Gleich am Anfang fielen uns die Papageitaucher auf, die direkt unter der Grasnarbe ihre Höhlen gegraben hatten und aus 2-3 m Entfernung beobachtet werden konnten und keine Scheu zeigten. In den senkrechten Felsen nisten ganz oben die Papageitaucher, dann folgen die Dreizehenmöwen, Trottellummen und Dickschnabellummen. Eine Variante der Trottellumme, die Ringellumme, konnten wir auch dazwischen entdecken.

18:30 Uhr Ankunft am Hotel Breidavik, wo wir in Container-Appartments untergebracht waren, von außen nicht unbedingt schön anzusehen, aber innen war alles vorhanden, was nötig war: Dusche, WC und 2 Betten, dazu der Blick auf einen weissen Sandstrand und zwei kleine Seen mit Sterntauchern, links und rechts begrenzt von 300m hohen Klippen.
19 Uhr Abendessen: Gemüsesuppe, Kartoffel-Fisch-Gemisch mit Zwiebeln und süßes Schwarzbrot, Nachtisch.



Mittwoch, 23.07.2008

8 Uhr Frühstück, 9-13 Uhr Fahrt übers Gebirge, die nächste Stichstrasse hinein, auf der wir 17km durch viele Geröllhalden auf der Hochfläche fuhren und bei Regen Schneeammern und Schneehühner entdecken und fotografieren konnten. Schöne Ausblicke auf Meer und Fjord. Am Nachmittag 14-16:30 Uhr wieder zur Vogelkolonie, wo wir nahe an der Felskante auch Tordalken fotografieren konnten. Das 1. Mal die Vögel in der Sonne beobachtet! Mit Jürgen gingen wir ein Stück rechts vom kleinen Leuchtturm an den Steilhang, wo wir auf Steinen und Seetang Kragenenten und Eiderenten beobachten konnten.

Zurück am Hotel Spaziergang zu den 500m entfernten Seen, wo wir eine Familie Sterntaucher mit 4 halbwüchsigen Jungen in der Sonne aus ca. 15m fotografieren konnten. Rückweg am Strand entlang. Es blühten Echtes Labkraut, Westliche Kuckucksblume und Tannenwedel.
Abendessen: Gemüsesuppe, Lamm-Hackfleisch, Kuchen mit Sahne.
Gefahrene Kilometer bis jetzt: 800 km


Donnerstag, 24.07.2008

8:15 Uhr Abfahrt von Breidavik auf die 350km-Tour auf der S612 an der Küste zurück, auf der S62 vorbei am Fährhafen Seftjörn und auf der S60 an endlosen Fjorden entlang und über die Berge bis zum Hrutafjördur-Fjord. Unterwegs mehrere Stopps mit Ausblicken auf Fjord und Vögel, Seehunde, Knutts und Eisenten. Zu einer Pause fuhr Jürgen einen Weg in einen lichten Birkenwald, wo er einen isländischen Zaunkönig mit dem MP3-Player bis auf wenige Meter heranholte. Er hat ein etwas graueres Gefieder als unserer.

Nach einer Mittagspause am Strassenrand bei einem weiteren Halt, einen Gerfalken beobachtet, der oberhalb der Strasse auf einer Felsspitze sass und den Ilse beim Absuchen des Bergkamms entdeckt hatte, und einen Merlin.
16:30 Uhr Ankunft im Hotel Stadarskali mit einer Wolkendecke nur 30m höher am Ende eines Fjordes. Unser Zimmer hatte den Blick auf ein Tal mit Fluss und Wiesen. Es war kalt und windig. Da noch Zeit bis zum Abendessen war, machten wir eine kleine Runde den Hang abwärts und bestimmten die vorkommenden Pflanzen: Feldenzian und Arktisches Weidenröschen und den Alpenfrauenmantel, den man überall auf Island findet. Dabei scheuchten wir eine Bekassine auf, die vor unseren Füssen hochflog, 3m weiter im hohen Gras verschwand und dort weiterlief, ohne dass sich ein Grashalm bewegte, um 10m weiter wieder aufzufliegen.



Freitag, 25.07.2008

Morgens neblig und kalt. Wir hatten eine Inversionswetterlage mit niedriger Wolkendecke, unten kalt, darüber wärmer. Abfahrt 8:20 Uhr auf zwei Stichwege auf der Halbinsel Heggstadanes, um die dort vorkommende Vogelwelt zu beobachten. Vom Auto aus konnten wir auf dem westlichen Stichweg viele Alpenstrandläufer, Goldregenpfeifer, Regenbrachvögel, Uferschnepfen und Sandregenpfeifer sehen. Ein Merlin kröpfte etwa 100m vom Auto entfernt. Nach 2 Std das Ende der Sandpiste erreicht und zurückgefahren. Nebel und niedrige Wolken lösten sich ab, auch die Sonne liess sich blicken. Dann die Halbinsel überquert und den östlichen Stichweg reingefahren, aber hier gab es in der endlosen Steinwüste nichts zu sehen. Die Fahrt ging um den Fjord herum auf die nächste Halbinsel Vatnsnes, an dessen westlicher Küste wir nach Norden fuhren bis Hindisvik . Dort hielten wir an einer Bucht mit Robben an mit Blick auf Felsen mit Küstenseeschwalben und Meerstrandläufer. Über 100 Seehunde lagen auf den Felsen weiter draußen. Hier entdeckten wir auch die ersten Blüten vom Feldenzian, den wir auf der weiteren Fahrt noch öfters zu sehen bekamen.

Weiterfahrt um die Nordspitze von Vatnsnes herum bis zum Nashornfelsen Hvitserkur. Auf dem Parkplatz kamen wir zum ersten Mal mit dem Tourismus in Berührung, der Parkplatz stand voll mit Wohnmobilen und Touristen-Autos. Auf dem Felsen, der tatsächlich wie ein Nashorn geformt ist mit drei "Beinen", brüteten Küstensee-Schwalben und drei Paare vom Eissturmvogel. Wir gingen am Strand zurück und sahen gegenüber auf einer Sandbank mindestens 200 Seehunde liegen. Kleine Pause auf einer Bank am vollen Parkplatz in der Sonne. Die Berge im Osten ragten über eine darunter liegende Wolkendecke, die sich als niedrige weiße Quellwolken am Horizont erstreckten.

Bei der Weiterfahrt überquerte ein Schneehuhn-Weibchen mit seinen Jungen die Sandpiste, beim Anhalten neben der Strasse wurden auch noch eine Bekassine mit ihren zwei Jungen entdeckt, die erst nur guckte und dann geduckt weglief.
Weiterfahrt auf der S1 am Flussbett entlang, wo Jürgen Kurzschnabelgänse entdeckte. In Akureyri in der Fußgängerzone ¾ Stunde Pause mit T-Shirtkauf. Am nördlichen Stadtrand auf einem Teich Eisenten-W. und Pfeifenten-W. jeweils mit Jungen beobachtet.

Auf der Weiterfahrt entdeckte Jürgen eine Sumpfohreule im Flug. Er hielt das Auto noch an, aber sie verschwand hinter einem Hügel. Es blieb die einzige Beobachtung dieser Reise. Kurzer Stopp beim Godafoss-Wasserfall, wo der Fluss Skjalfandafljot in der ganzen Breite seines Bettes 12m die Felsen hinabstürzt. Dann war es nicht mehr weit bis zum Hotel Narfastadir südlich Laugar, das wir um 19:30 Uhr erreichten. Nach Beziehen der Zimmer gleich Abendessen vom Büffet. Himmel bedeckt, nicht mehr so kalt.
Tageskilometer 334.



Samstag, 26.07.2008

Bei der Abfahrt um 8 Uhr gleich am Hotelteich 2 weibchenfarbige Spatelenten bestimmt und fotografiert. Nach 20 Minuten bereits den Myvatn erreicht, Wetter sonnig, später warm, ca. 12 bis 15 Grad. Bei Fahrten um den See und auf Stichwegen die Unterscheidung der vielen weibchenfarbenen Enten geübt: Reiher- und Bergenten, Spatel- und Pfeifenten, dazu Ohrentaucher und Sterntaucher, 170 Singschwäne wurden gezählt, Odinshühnchen, sehr viele Rotdrosseln und Wiesenpieper. 1 Merlin saß auf einem Felsen.

Gegen 10 Uhr Besuch der brodelnden Schlammtöpfe im Solfatarenfeld Namafjall, wo es stark nach Schwefel roch. Als wir ankamen, standen fast 10 Busse auf dem Parkplatz. Jürgen kannte die Gegend nicht wieder, der Tourismus hatte seit seinem letzten Besuch vor 4 Jahren um das Mehrfache zugenommen. Als die Busse weg waren, wurde es ruhiger. Der nächste Halt war die Badegrotte mit warmem Wasser im Lavatunnel, ich stieg hinunter, das Wasser war angenehm warm. In der Umgebung ein Goldregenpfeifer, der sich ganz nah fotografieren ließ. Beim nächsten Halt Wanderungen im Lavafeld auf der Suche nach einem Gerfalken-Horst, den es laut Schild nahe am Weg geben sollte. Aber wir fanden ihn nicht, wahrscheinlich waren die Jungen inzwischen ausgeflogen.

1 Stunde Wanderung an Seen und Lavahügeln mit 3 jungen Rotdrosseln, die kaum 5m von uns entfernt gefüttert wurden, Birkenzeisige und Spatelenten-Junge mit rufender Mutter. Am Wegesrand Schneeenzian, Silberwurz, Nordischer Augentrost, Grüne Hohlzunge und Einköpfiges Berufkraut. Wir sind Wege gefahren, bei denen ich das Tor öffnete mit Pause am See und mit Blick auf viele Enten-Weibchen mit bis zu 20 Jungen. Eine Nordamerikanische Pfeifente mit grauem Kopf konnte auch bestimmt werden. Am Nachmittag konnten wir bei Windstille über dem Kamm einzelner Berge die Zuckmücken in mehreren Meter hohen Säulen, die wie Rauch aussahen, tanzen sehen. Hier machte der Myvatn, der Mückensee, seinem Namen alle Ehre. Dann kam ein wenig Wind auf und schon war der Spuk wieder verschwunden, um sich gleich darauf neu zu bilden.

Um 17 Uhr See verlassen, Fahrt durch endlose Lavafelder nördlich vom Myvatn, die künstlich begrünt worden waren mit Nadelbäumen und isländischen Lupinen. Zurück beim Hotel 18:30 Uhr. Abendessen um 19 Uhr mit Büffet. Nach dem Essen kleiner Spaziergang den Berg hinter dem Hotel hoch, es wohnten dort: Goldregenpfeifer, Regenbrachvogel, Wiesenpieper und Rotdrosseln.
Nachts wurde es hier übrigens nicht dunkel, die Sonne wanderte unter dem Horizont über Norden nach Osten, um 3 Uhr beobachteten wir ein schönes Morgenrot.
Tageskilometer 285.



Sonntag, 27.07.2008

7 Uhr Frühstück, 8 Uhr Abfahrt bei Windstille, bedeckt, später Regenschauer, kühl.
Gegen 9 Uhr das 1. Merlin-Paar mit Jungem beobachtet. Unterwegs zur Halbinsel Melrakkasletta am Strand sitzen 2 etwa 2-3 Jahre alte Gerfalken. Jürgen und ich gingen fotografierend näher und konnten sie nach kurzem Abflug auf ca. 20m fotografieren. Ein dritter Gerfalke (Elternvogel?) saß im Fels in der Nähe. Unterwegs weitere Beobachtung eines Gerfalken. Nordöstlichster Punkt unserer Reise bei Blikalon erreicht mit Alpenstrandläufern, Rotschenkel, Steinwälzern, Küstenseeschwalben, Sandregenpfeifer und Eiderentenfamilien und mit Blick auf 2 einzeln stehende Felsen in der Ferne, die eine Basstölpel-Kolonie beherbergte und unser nächstes Ziel war.

Mit dem Wetter hatten wir Glück, draußen auf See lag Seenebel, der wegen des Windes von Land her nicht näher ans Festland herankam und draußen wie eine Wolkenwand lag, die vom Wasser bis in die Höhe reichte.

Am Wegabzweig Nupskala nach Norden gefahren bis zum Parkplatz und zu Fuß über einen Steindamm mit großen und kleinen Steinen gegangen, dann bergauf bis wir am Rand des Steilabsturzes standen, von wo man auf die beiden Felstürme schauen konnte, deren rechter von der Basstölpel-Kolonie bewohnt wird. Dabei wurden beobachtet: Papageitaucher, Dreizehenmöwen, Trottel- und Dickschnabellumme, ein Tordalk unten auf dem Wasser schwimmend, Skua und Eissturmvögel überfliegend, lange beobachtet und fotografiert. Auf dem Hin- und Rückweg auf der Insel 2 Gerfalken, jeweils im Flug beobachtet. Auf der Suche nach dem Gerfalken stieg ich auf und entdeckte, dass wir am Randes eines erloschenen kreisrunden Vulkankraters standen.
Bei der Rückfahrt an der Einmündung auf die Hauptstrasse entdeckte Jürgen noch einen Gerfalken, dem wir hinterher schlichen, ihn aber nur noch in der Ferne verschwinden sahen und unterwegs auf einem Pfosten 1 Merlin an der Strasse in der Sonne, der von den Fotografen Jürgen und Stefan gut aufgenommen werden konnte. Damit hatten wir 6 Gerfalken und 7 Merline an diesem Tag beobachtet!
Rückfahrt bei Sonnenschein, an der Küste Sturm.
In Huflavik Einkauf im Supermarkt, um 19 Uhr zurück und um 19:30 Uhr Büffet.
Tageskilometer 400.



Montag, 28.07.2008

Frühstück 7 Uhr, Abfahrt 7:50 Uhr, sonnig, warm, fast windstill, fast wolkenlos. S1 über Akureyri bis Abzweig S731, dann S35. Jetzt ging die Fahrt in Richtung Süden quer durch das Hochland bis ca. 700 Höhenmeter rauf auf 150 km Schotter- und Waschbrettstrassen, die Jürgen mit Tempo 40-70 km/h befuhr. Alles rappelte und klapperte.
Dabei wurde von allen Teilnehmern Ausschau gehalten nach der Schnee-Eule, jeder weiße Punkt im Gelände wurde angesehen, aber es waren immer nur Schafe.

An einem Flusslauf wurden Kurzschnabelgänse entdeckt, die beim Näherkommen sofort aufflogen. ½ Std. Pause am Bach mit Blumen bestimmen: Behaarte Fetthenne, Zwerg-Labkraut, Moor-Steinbrech, Stengelloses Leimkraut, Nordisches Labkraut.
Bei einer Pause von einer halben Stunde zwischen den Gletschern Hofsjökull und Langjökull besuchten wir Islands berühmtes Thermalgebiet Hveravellir. Heiße Quellen, Fumarolen und Solfataren erinnern an die Entstehung der Erde. Wir laufen vorbei an Sinterterrassen und Sprudeltöpfen, das Badebecken war stark frequentiert.

¾ Stunde Pause beim Gullfoss-Wasserfall, ein breiter Fluss mit starker Strömung stürzt in breiter Front die Felsen hinab. Dabei gab es einen kräftigen Regenschauer, bei dem mir nicht klar war, ob das Wasser von oben oder von der Gischt kam.
17:30 Uhr Ankunft am Hotel Geysir gegenüber vom Strokkur-Geysir, der unregelmäßig alle paar Minuten eine Fontäne heißen Wassers 10-20 Meter in die Luft schießt.
Abendessen 19:30 Uhr: exquisites Essen mit Vorspeise, Fisch und Nachspeise.
Tageskilometer 393, insgesamt bis jetzt 2600 km.



Dienstag, 29.07.2008

Am Morgen fanden sich einige Teilnehmer beim Geysir ein und versuchten, das Aufblähen des Wassers zu fotografieren (das dem Geysir den Spitznamen "Butterfass" gegeben hat), bevor das Wasser herausspritzte. Damit hatte nur Jürgen die besten Chancen, denn seine Camera Canon EOS1 machte 10 Bilder pro Sekunde.

8:30 Uhr Frühstück, 9:30 Uhr Abfahrt bei Sonnenschein. Kurzer Stopp an einer Stelle, wo sich der Fluss durch Felsen schlängelte. Fahrt nach Süden auf der S30, dann kurz vor Selfoss auf die S1 abgebogen Richtung Südküste und an ihr entlang nach Osten. 1. Wasserfall Seljafallfoss, bei dem wir auch hinter den Wasserfall gehen konnten. 2. Wasserfall Skogarfoss, sehr hoch und sehr viel Wasser.

Besuch der Gletscherzunge des Solheinerjökull mit von schwarzem Sand bedecktem Gletschereis. Dort Abfahrt um 13:20 Uhr. Abzweig zum Vogelfelsen Dyrholaey mit Blick auf die an- und abfliegenden Papageitaucher und Küstenseeschwalben, denen Skuas und Schmarotzerraubmöwen nachjagten, damit diese ihre gefangenen Fischchen fallen ließen, die die Skuas dann aufnahmen. Hier fuhren wir erst um 15:45 Uhr ab, nachdem wir eine Stunde lang versuchten, die mit hoher Geschwindigkeit vorbeifliegenden Vögel mit Fischchen im Schnabel zu fotografieren.

Weiterfahrt durch endlose Landschaften, die sich alle Augenblicke änderten: Weite flache Ebenen, ein frischeres Lavafeld, ein älteres, auf den Lavafelsen waren schon Moose gewachsen und gaben der Landschaft ein eigentümliches grünliches Bild, steil aufragende Berge und schließlich näherkommende Gletscherberge des größten Gletschers von Island, dem Vatnajökull.
Abstecher zur Gletscherzunge Svinafell mit 10 Min. Fußweg.

Pflanzen heute: Strand-Platterbse, Arktisches Weidenröschen, Bach-Steinbrech, Frühblühender Thymian, Säuerling .
Gegen 19 Uhr weggefahren, Ankunft kurze Zeit später in Hof in einem Gästehaus mit Namen "Feuer und Eis", das von Deutschen geführt wurde (Gästehaus auf Isländisch: Gestiheimili), wo es gleich das Abendessen gab: Gemüsesuppe, Lachsforelle, Kuchen. Zimmer mit Waschbecken und Etagendusche und -WC.
Tageskilometer: 490.



Mittwoch, 30.07.2008

9 Uhr Abfahrt bei Sonne, warm. 2 Stichwege reingefahren ins Skua-Brutgebiet, das wir auf über 100 Brutpaare schätzten. Bei der Weiterfahrt an der Strasse auf einem kleinen See ein Sterntaucher-Paar mit Jungem beobachtet, der einen gefangenen Sandaal fressen sollte, ihn mehrmals verlor und immer wieder angeboten bekam, bis er ihn schluckte. Dann fuhr Jürgen einen Parkplatz an der Strasse an, ein kurzer Weg über Schuttberge und wir hatten den überraschenden Blick auf einen Gletschersee mit Eisbergen, die blauschimmernd in der Sonne im Wasser schwammen!

Zu Fuß vorgelaufen bis zum See-Abfluss, übrigens der kürzeste Fluss von Island, wo Jürgen mit dem Bus auf uns wartete. Dann Schiffsfahrt mit Amphibienfahrzeugen, man stieg an Land über eine Treppe rauf auf das Boot (Kosten: 2400ISK = 20 Euro), bekam Schwimmwesten zum Überziehen, dann fuhr das Boot zum Wasser und in dieses hinein. Es umrundete einige haushohe Eisberge, dann wurde der Motor abgestellt und einiges erzählt. 1932 war der See noch unter dem Gletscher verborgen, seit 72 Jahren ist der See frei und bis zu 200m tief. Die Strecke bis zum Gletscherrand, der so nah aussah, betrug 6 km. Herausgefischtes Eis wurde verteilt, dessen Wasser vor 1000-1500 Jahren als Schnee zur Erde fiel. Nach der Rückfahrt Kaffeepause mit Waffeln mit Sahne und Marmelade in der Sonne. Dies war unser südöstlichster Punkt der Reise.
Fahrt noch zu einem anderen kleineren Gletschersee Fjallsarlon.
14:20 Uhr 1km-Spaziergang zu dem Wasserfall Svartifoss, dessen Wände aus 6-kantigen Basaltsäulen bestanden. Im dazugehörigen Besucherzentrum einen Film über den Vulkanausbruch von 1996 gesehen, dessen Schlammlawine Strasse und Brücke weggerissen hatte.

Zurück 16:40 Uhr. Pause für alle bis zum Abendessen um 19 Uhr. Den ganzen Tag hatte ich Wolkenformationen beobachtet, die über dem Massiv des Vatnajökull hingen, anfangs als eine kleine runde linsenförmige Wolke, dann sich immer mehr ausbreitend, eine große fast kreisrunde Wolke. Als wir in der Ebene unter ihr hindurch fuhren, wurde das Auto von heftigen Winden geschüttelt, die von allen Richtungen zu kommen schienen. Radfahrer auf der Strasse mussten ihre Räder schieben, so wurden sie von den Winden durchgeschüttelt.
Von den Bergen herunter wehte ein heftiger warmer Wind, wir hatten Föhnsturm mit Temperaturen von über 25 Grad. Die Flüsse, die wir querten, waren voll und schmutzig braun: Tauwetter auf dem Gletscher!



Donnerstag, 31.07.2008

Abfahrt 8:50 Uhr. An einer Tankstelle in Vik mit Souvenirladen gaben wir unser letztes isländisches Geld aus und im Hafengelände Besuch einer Küstenseeschwalben-Kolonie, wo wir vom Auto aus die mit Fischchen ankommenden Vögel beobachten und fotografieren konnten.

13 Uhr abbiegen von der S1 auf die Küstenstrasse S38. Unterwegs einige Regenschauer. Im Bereich vom Leuchtturm erwartete Jürgen eine große Küstenseeschwalben-Kolonie, aber sie war nicht mehr vorhanden. Vom Leuchtturm ging es noch ein Stück weiter zum Meer mit Blick auf zwei Vogelfelsen, der eine weit draußen auf dem Meer, nur schwach war mit dem Fernglas die weißbekalkte Oberfläche zu erkennen, der zweite näher dran, vielleicht 300m von der Küste entfernt mit Basstölpeln, Krähenscharben und Dreizehenmöwen, am Ufer Eiderenten und Steinwälzer. Weit draußen auf dem Meer wurden Orkas entdeckt.
Aufenthalt 14:30 bis 15:30 Uhr, dann Weiterfahrt zur letzten Etappe nach Reykjavik zum Stadtweiher, mit Graugänsen und Heringsmöwen, die gefüttert wurden, Eider-, Stock-, Reiherenten, ein Bergente-W. mit 4 Juvenilen, 1 Spießenten-W., 1 w. Mittelsäger und 2 Singschwäne.
17:30 Uhr Ankunft im Hotel Orkin, das wir erst nach einigem Suchen fanden.
18:30 Uhr Aufbruch zu einem Lokal in der Nähe zum letzten gemeinsamen Abendessen.



Freitag, 01.08.2008

Aufstehen 3 Uhr, Frühstück 3:45 Uhr, Abfahrt 4:15 Uhr. Wetter: fast bedeckt, 14 Grad. Schöner Sonnenaufgang mit goldgeränderten Wolken während der Fahrt zum Flughafen in Keflavik. Letzte Erinnerung an Reykjavik: weiches Wasser, wo die Seife nicht von der Haut abgeht, und es stinkt nach Schwefel.

Flug 7:30 bis 13:00 Uhr Ortszeit in Frankfurt, wo wir uns am Gepäckband von unseren Mitreisenden verabschiedeten.


Diese Island-Reise hat uns sehr gefallen, mehr kann man auf Island nicht erleben.
Jürgen fuhr mit uns 3650 km und zeigte uns alles Sehenswerte der Insel. Das Wetter hielt sich nach den ersten 3 Regentagen recht gut, große Anzeigetafeln an den Überlandstrassen zeigten die Temperatur an, die anfangs bei 8, später dann bei 12 bis 15 Grad lag. Der eine warme Föhntag mit 25 Grad blieb die Ausnahme. Insgesamt kamen wir auf 69 Vogelarten, als 70. hatten wir noch auf die Amsel gehofft, von der es nur in Reykjavik einige Brutpaare gibt.


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